Eine Maschine ist jetzt schon schneller als der schnellste Sprinter, und spielt besser Schach, als der beste Schachspieler.
Trotzdem sind Usain Bolt und Magnus Carlsen weltberühmt. Warum?
Weil wir mit Menschen resonieren – nicht mit Maschinen. Diesen Gedanken solltest du im Hinterkopf behalten, denn in diesem Newsletter wollen wir unsere aktuelle Realität konfrontieren.
Und die sieht so aus:
KI wird große Teile der Arbeit, wie wir sie heute kennen, vernichten.
Und wird werden uns mit der Frage konfrontiert sehen, wie wir damit umgehen werden, wenn wir nicht mehr (ökonomisch) gefragt sind.
Ich sehe eine Entwicklung in 3 Phasen, in denen KI die Arbeitswelt verändert, die in einem neuen Equilibrium endet.
Wie genau das aussehen kann, und welche Folgen aber auch Chancen es für uns bereithält, erfährst du jetzt.
Die unausweichliche Zukunft
KI wird unsere Zukunft dramatisch transformieren.
Auf eine Art und Weise, die die meisten sich nicht vorstellen können.
Vor der industriellen Revolution waren 60% der deutschen Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. Dann kamen Maschinen.
Heute? Ist es noch 1%.
Heute sind 48% der deutschen in sog. digitaler Wissensarbeit tätig.
Ihr Beruf besteht darin, basierend auf ihrem antrainierten Wissen (bspw. durch ein Studium) an einem Computer Dinge auszuführen.
Und genau diese Art von Arbeit kann eine KI bereits heute – und wird sie in Zukunft sogar noch besser und zuverlässiger erledigen können.
Berufsfelder, von denen ich glaube, dass sie in Zukunft so nicht mehr oder viel weniger existieren werden:
- Projektmanagement
- Rechtsdienstleistungen
- Finanzwesen
- Backoffice Arbeiten
- Softwareentwicklung
- usw.
Der Trend ist für mich glasklar:
Zuerst werden autonome, zuverlässige KI-Agenten große Teile der digitalen Arbeit ersetzen.
Dann übernehmen humanoide Roboter zunehmend feinmotorische Arbeit in der physischen Welt und machen auch diese Berufsfelder überflüssig.
Was bleibt uns als Menschen dann noch übrig?
Um das zu beantworten, müssen wir verstehen, wie sich diese Transformation entfalten wird.
Die 3 Phasen der Transformation
Die Transformation wird in 3 Phasen ablaufen:
Phase 1: Die Anfänge
Arbeitsprozesse und Branchen bestehen noch wie gewohnt, auch wenn sich die ersten Zeichen der Veränderung anbahnen; in diese Phase bewegen wir uns jetzt hinein.
Erste Experimente mit KI werden gestartet, erste Anzeichen der Veränderung von Angebot zu Nachfrage am Arbeitsmarkt machen sich bemerkbar.
Die größte Chance in dieser Phase besteht darin, die Transformation selbst zu begleiten, oder seine bestehende Arbeitsweise and die neuen technologischen Möglichkeiten anzupassen.
*Phase 2: ***Die Disruption
Die Phase der eigentlichen Turbulenz.
KI und Robotik übernehmen zunehmend die Arbeit des Menschen – egal in welcher Branche. Der Wandel geschieht schneller als erwartet und die Politik ist damit überfordert, die Veränderungen abzufangen.
Diese Phase ist sehr volatil.
Phase 3: Equilibrium
Ein neuer Normalzustand kehrt über Zeit ein und die Gesellschaft stabilisiert sich in einem neuen Equilibrium.
Die Handlungen und Entscheidungen in der Phase der Disruption bestimmen die Qualität dieses Equilibriums. Vorbestehende gesellschaftliche und politische Systemzustände werden den Endzustand dabei maßgeblich beeinflussen.
Jede dieser Phasen verdient es, differenziert untersucht zu werden.
Im Rest dieses Newsletters will ich aber zuerst ein optimistisches Bild skizzieren über die Möglichkeiten, die sich in der Phase des Equilibriums eröffnen.
Wenn KI die Arbeit übernimmt, kann der Mensch mehr Mensch sein

1943 veröffentlichte Maslow die Bedürfnispyramide. Sie visualisiert die Hierarchie menschlicher Bedürfnisse. Ein grundlegender Teil der These ist es, dass wir zunächst Bedürfnisse niedrigerer Stufen der Hierarchie befriedigen müssen, bevor wir bereit sind, uns den höheren Bedürfnissen zu widmen.
Und genau dieses Versprechen hält die KI-Zukunft für uns bereit.
Die unteren Stufen der Pyramide sind sog. Defizitbedürfnisse, die oberen bezeichnen Wachstumsbedürfnisse. Stell dir mal vor: alle gesellschaftlichen Defizitbedürfnisse werden durch Technologie befriedigt. Wir erhalten automatisierte Nahrungsproduktion, KI-gestützte Gesundheitsversorgung, intelligente Infrastruktur, usw.
Was das für uns bereithält, ist potenziell fantastisch.
Schau dich mal um.
Die meisten Menschen verbringen 8 Stunden am Tag damit, als menschliche Taschenrechner zu funktionieren. Tabellen ausfüllen, E-Mails weiterleiten, Berichte zusammenfassen.
Bedeutungslose Aufgaben, die eine leblose Wirtschaftsmaschine am Laufen halten.
Kein 6-jähriges Kind träumt davon mal Sachbearbeiter zu werden. Das ist nicht das, wofür wir gemacht sind.
Und wenn KI uns genau davon befreit – dann ist das kein Verlust. Es ist eine Befreiung.
“Individuation beschreibt den lebenslangen Prozess eines Menschen zu seiner einzigartigen Ganzheit zu finden. Es handelt sich um eine inhärente psychische Grundfunktion; im Kern ist sie unsere Selbstaktualisierungstendenz.”
– Carl Gustav Jung
Jeder Mensch hat einen inhärenten Trieb zur Selbstaktualisierung – also sich selbst voll zu entfalten.
Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des Schweizer Psychoanalytikers Carl Gustav Jung, eines der bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts.
Wenn wir nicht mehr gezwungen sind, all unsere Energie dem Überleben durch das Abdecken unserer biologischen Grundbedürfnisse aufzuwenden, haben wir sie auf einmal zur Verfügung, um uns genau diesem Bedürfnis zu widmen.
Doch dafür brauchen wir Kontakt zu uns selbst.
Mensch sein im digitalen Zeitalter
Um Selbstaktualisierung zu erreichen, muss man Raum haben, um sich selbst und alle Facetten davon kennenzulernen. Es braucht Bewusstheit für habituelle Gedanken- und Verhaltensmuster und das Feingefühl, innere Signale wahrzunehmen.
Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir in einer zunehmend abgelenkten Gesellschaft leben – und das wird mit KI nur zunehmen.
Hier ist das Paradox:
Die gleiche Technologie, die uns befreien kann, kann uns auch betäuben.
Schon heute verlieren wir Stunden an Social Media Feeds, die für maximale Sucht optimiert sind. Mit KI wird das exponentiell.
Personalisierte Companions, die genau wissen, was wir hören wollen. Inhalte, die so perfekt auf uns zugeschnitten sind, dass Weggucken fast unmöglich wird. Die eigentliche Arbeit der Zukunft wird nicht sein, KI zu bedienen. Sondern sich selbst gut genug zu kennen, um sie bewusst einzusetzen – statt sich von ihr einlullen zu lassen
Für mich persönlich sieht das so aus, dass ich selbst als Ausbilder von KI-Pionieren versuche, für mein persönliches Wohlbefinden digitale Zeit so gut es geht zu minimieren. Zumindest die Unterhaltungsmedien.
Erst die Nutzung digitaler Tools erlaubt es mir allerdings, ortsunabhängig, zeitlich flexibel und kreativ Mehrwert für Kunden über das Internet zu schaffen – und mir dadurch einen Lebensstil aufzubauen, der mich wirklich erfüllt:
Kontakt zu geliebten Menschen, körperliche Gesundheit und Bewegung, der eigenen Neugierde zu folgen und sich kreativ auszudrücken.
All das ist möglich durch die Macht dieser digitalen Tools – und heute durch KI mehr denn je.
Aber nur, wenn du es schaffst, die Tools bewusst zu nutzen, statt dass sie dich in Unbewusstheit und Ablenkung reinziehen.
Fazit
Die anstehende Veränderung ist unausweichlich, und es stehen uns stürmische, turbulente Zeiten bevor. Doch sie hällt auch eine wahnsinnige Chance bereit:
Das Privileg, sich der wahren Berufung zu widmen, ohne wirtschaftliche Not.
Wenn mehr Menschen sich ihrer wahren Kreativität widmen können, weil leblose Tätigkeiten wegfallen, entsteht eine Fülle fantastischer, individueller Beiträge zur Allgemeinheit
“In Wirklichkeit würde unter Menschen, die selbstständig ihrem inneren Gesetz und Sinn folgen, das Leben reicher und höher gedeihen.”
– Herrmann Hesse
PS.: hast du eigene Gedanken oder Fragen dazu? Schick sie mir gerne zu, wir diskutieren sie in der nächsten Folge von “KIPA Talks” (https://www.youtube.com/@garritwilsonai)
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